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Besitz- und Ruhestörung

Erfahrungen aus der Praxis am Beispiel eines Unterstandslosen in einer leerstehenden Gerätehütte in Eisenstadt

Problemstellung

Eine Gruppe von obdachlosen Menschen nutzte unerlaubterweise eine leerstehende Gerätehütte auf einem brachliegenden Grundstück als Quartier. Auch das Nachbargrundstück wurde von den Grundstückseigentümern nicht benutzt.

 
leerstehende Gerätehütte in Eisenstadt

Foto: SK Ernest Bogner / LPD Eisenstadt

Maßnahmen

  • Grundstückseigentümerin trat an eine Sicherheitspartnerin (SP) der Stadt Eisenstadt heran.
  • Sicherheitspartnerin stellte Kontakt zwischen den beiden Grundstückseigentümern und einem Sicherheitsbeauftragten (SB) her.
  • SB nimmt Kontakt zu den obdachlosen Menschen auf. Sie konnten in sozialen Einrichtungen untergebracht werden.

Ergebnis

Die obdachlosen Menschen konnten in sozialen Einrichtungen untergebracht werden. Da die verfallene Gartenhütte nicht mehr gebraucht wurde, einigte man sich auf den Abriss. Damit wurde das Problem gelöst. Der Schlüssel lag in der raschen Vernetzung der einzelnen Beteiligten.

„Gemeinsam Sicher“ in einer Wohnsiedlung

Erfahrungen aus der Praxis am Beispiel der Siedlung am Prof.-Franz-Spath-Ring

Problemstellung

Die Bewohner einer Siedlung am Professor-Franz-Spath-Ring in Graz-St. Peter fühlten sich nicht mehr sicher. Die Formierung einer Bürgerwehr stand im Raum.

Gründe dafür waren:

  • ein Einbruchversuch,
  • mehrerer Fahrraddiebstähle,
  • verunreinigte Straßenpassagen,
  • Beschwerden wegen sexueller Belästigung,
  • Pöbeleien von Jugendlichen bei Straßenbahnhaltestellen,
  • Bettlergruppen.

Maßnahmen

Die Probleme wurden in drei Workshops aufgearbeitet. Teilgenommen haben die Bewohner der Siedlung, die Sicherheitsbeauftragten, der stellvertretende Bezirksvorsteher, der Sicherheitspartner der Siedlung, Vertreter der Mediationsstelle für Nachbarschaftskonflikte des Friedensbüros Graz.

  • Workshop 1: Bewohner äußern ihre Bedenken und Sorgen. Probleme werden konkretisiert und lokalisiert.
  • Workshop 2: Bewohner äußern ihre Wünsche und Erwartungen. Mögliche Maßnahmen werden abgeleitet. Problemfelder werden zusammengefasst.
  • Workshop 3: Die Anrainer entscheiden selbstständig, welche Maßnahmen zur Bekämpfung der Problemfelder sinnvoll sind.

Ergebnis

Alle beteiligten Personen wurden an einen Tisch gebracht. Durch die Vernetzung wurde die Kommunikation verbessert. Auch langfristig wird dieses aufgebaute, gegenseitige Vertrauen aufrecht erhalten bleiben. Durch diesen Vorgang konnte das subjektive Sicherheitsgefühl der Bewohner erhöht werden.


Vom „Angstpark“ zum Platz für alle

Erfahrung aus der Praxis am Beispiel des Grazer Volksgartens

Problemstellung

Der Grazer Volksgarten, eine öffentliche Parkanlage im Stadtbezirk Lenz, wurde in der Vergangenheit von Menschen gemieden, weil Jugendliche mit Drogen gehandelt und Konflikte offen ausgetragen hatten. Der Volksgarten wurde zum Politikum und trat medial nur mehr negativ in Erscheinung. Das Ansehen des Parks verschlechterte sich immer mehr – und damit das subjektive Sicherheitsgefühl.

 
Grazer Volksgarten

Foto: Jürgen Markowecz / LPD Steiermark

Maßnahmen

Die Polizei lud Anrainer zu einem Gespräch ein, sowie Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Graz, der Bezirksverwaltung, von Nichtregierungsorganisationen und der neben dem Park sich befindlichen „Evangelischen Kreuzkirche“. Die Beteiligten kamen zusammen, um gemeinsam als Sicherheitspartner der Polizei an Lösungen zu arbeiten. Es wurden Initiativen für Jugendliche ins Leben gerufen, unter anderem das Projekt „Volksgartendrehscheibe“, bei dem Asylwerberinnen und Asylwerber sowie Neuankömmlinge betreut werden, beispielsweise mit dem Angebot von kostenfreien Deutschkursen. Es wurde eine Ruhezone im Park geschaffen und regelmäßige Sprechstunden eines Polizisten gemeinsam mit Bezirksvertretern eingerichtet. Unterschiedliche Veranstaltungen trugen zur Belebung des Parks bei.

Ergebnis

Das Image des Grazer Volksgartens hat sich ins Positive gewandelt, wodurch sich das Sicherheitsgefühl gesteigert hat. Aus der Initiative entstanden weitere Maßnahmen, z. B. die Sprach- und Lebensschule „Weichenstellwerk“ und die Etablierung des Sicherheitsinformationszentrums am nahe gelegenen Lendplatz.

Fahrräder für Asylwerber

Erfahrung aus der Praxis am Beispiel des Bezirks Mödlings

Problemstellung

Hilfsbereite Bürgerinnen und Bürger gaben Fahrräder an Asylwerberinnen und Asylwerber weiter. Es kam zu Missverständnissen über die Eigentumsverhältnisse der Fahrräder. Vermehrt traten auch Verkehrsverstöße auf.

Maßnahmen

  • Sicherheitsbeauftragter kontaktiert Asylheime.
  • Fahrradkennzeichnung:
    • Alle Fahrräder, die an Asylwerber durch Spenden weitergegeben wurden, werden durch Aufkleber markiert und erfasst.
    • Aufkleber werden vom Flüchtlingskoordinator der Stadt Mödling entworfen und produziert.
  • Fahrradkurse, Verkehrserziehungsstunden und Überprüfung der Verkehrstauglichkeit des Fahrrades wurden durch die kostenlose Zusammenarbeit mit dem ÖAMTC ermöglicht.
  • Aushändigung der Fahrräder nur nach erfolgreicher Absolvierung des Fahrradkurses beim ÖAMTC.

Ergebnis

Durch die Kennzeichnung konnte einfach festgestellt werden, ob das Fahrrad rechtmäßig im Besitz der jeweiligen Person war. Es konnte ein Rückgang der Fahrraddiebstahlsanzeigen verzeichnet werden, die Beschwerden von ortsansässigen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern haben abgenommen.

Erhöhung der Verkehrssicherheit auf Landstraßen

Erfahrung aus der Praxis am Beispiel der verbesserten Sicht in Kreuzungen im Bezirk Schärding

Problemstellung

Gerade in den Sommermonaten kommt es in Schärding zu Sichtbehinderungen durch Maisfelder. Speziell an Kreuzungen entstehen dadurch gefährliche Situationen, zum Beispiel an den Güterwegen „Pramau“ und „Schusteredt“.

 
Sichtbehinderungen durch Maisfeld

Foto: Gerhard Gierlinger / PI Münzkirchen

Maßnahmen

  • Sicherheitsbeauftragter meldet Gefahrenstelle an Bürgermeister.
  • Bürgermeister kontaktiert Landwirt.
  • Abklärung mit der AMA (Agrarmarkt Austria)

Ergebnis

Landwirt mähte das Maisfeld ab, so dass die Kreuzung wieder einsehbar ist. Durch das rasche und unbürokratische Handeln konnte die Verkehrssicherheit schnell wieder hergestellt werden. Es wurde außerdem mit der AMA geklärt, dass das Abmähen der Maisstauden keine Nachteile für den Landwirt zur Folge hat (z.B. „Berichtigung“ der Förderflächen), solange der Mais verfüttert wird.

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